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25.06.2019

STARK - ein Training für Schulklassen zum Umgang mit Stress

„Ich bin total gestresst“!

Haben wir nicht alle schon einmal das Gefühl gehabt, nicht zur Ruhe zu kommen, weil ständig etwas Neues von uns erwartet wird oder alles mal wieder viel zu schnell gehen muss?

Manche kommen gut damit zurecht, andere überhaupt nicht. Bereits bei jungen Leuten ist Stressbewältigung ein Thema und gerade in der Schule oder in der Ausbildung sind die Anforderungen besonders hoch. So steht im Gesundheitsreport 2017 der „Techniker Krankenkasse“, dass Azubis im Vergleich zu ihren Kolleginnen und Kollegen zwar kürzer, dafür aber doppelt so häufig krankgeschrieben seien. Weiterhin seien die Fehlzeiten aufgrund psychischer Probleme innerhalb von 10 Jahren um rund 100 Prozent gestiegen.StarkStress

Um einen gesundheitsbewussteren Umgang mit Stress und Leistungsdruck zu haben, ist es deshalb auch für junge Leute wichtig, sich dafür frühzeitig Methoden anzueignen.

Eine Möglichkeit bietet das STARK-Training, das von der „SCHULEWIRTSCHAFT Akademie“ entwickelt wurde. STARK hat zum Ziel, Stärken an sich zu erkennen und zu lernen, bestimmte Anforderungen als weniger belastend zu empfinden.

Zusammen mit meiner Kollegin Anika Gahr aus der Berufsschule 3, die auch als Trainerin für STARK ausgebildet ist, habe ich erstmalig an unserer Schule ein solches Training durchgeführt und zwar in der EH10, einer Fachklasse für den Einzelhandel. In insgesamt sechs Doppelstunden haben die Schülerinnen und Schüler sich besser einzuschätzen gelernt und erfahren, was Stress mit ihnen macht und wie sie damit (anders) umgehen können. Spannend für alle war, festzustellen, dass sämtliche Teilnehmerinnen und Teilnehmer bereits über Stärken verfügen, die der Stressbewältigung dienen.

Nicht immer wurde eine Stärke gleich als solche erkannt:

Wer gerne Fußball spielt, hat einen guten Ausgleich zur Schule/Ausbildung und verfügt vermutlich auch über Teamfähigkeit, also einer Fähigkeit mit der er in der Lage ist, gemeinsam mit anderen, bestimmte Herausforderungen anzugehen.

Wer in seiner Freizeit ehrenamtlich beim Roten Kreuz tätig ist, hat einen sinnvollen Ausgleich und besitzt vermutlich auch die Fähigkeit, in belastenden Situationen einen kühlen Kopf zu bewahren.

Wer am Feierabend gerne „chillt“ hat für sich einen Weg zur Entspannung gefunden.

StarkToDoÜbereinstimmend befanden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer, dass es viel einfacher ist, bei sich Schwächen anstatt Stärken zu finden und es schwer fällt, letztere auch benennen zu können. Manche Stärken waren ihnen zuvor auch gar nicht bewusst. Hier half z. B. eine Übung, bei der sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer gegenseitig mittels „starker Karten“ positive Eigenschaften zuschrieben.

Ist STARK also DAS Allheilmittel gegen Stress? Natürlich nicht und v. a. soll ein solches Training nicht darüber hinwegtäuschen, dass Konkurrenzdruck und Anforderungen in der Arbeitswelt weiterhin zunehmen werden. Was STARK allerdings bewirken kann, ist, Gedanken und Gefühle in belastenden Situationen besser einordnen zu können.

So wird aus einem „Ich bin total gestresst“, die Frage „Was fühle ich wirklich im Moment und was kann ich tun, damit ich mich besser fühle?“ Somit können unsere Schülerinnen und Schüler grundsätzlich die Erfahrung machen, dass sie ihrer Umwelt nicht hilflos ausgeliefert sind, sondern auch selbst aktiv Einfluss auf ein zufriedeneres Leben haben können.

Ich freue mich auf das nächste STARK-Training, das in der BS 3 stattfinden wird und auf weitere bei uns!

Jörg Pfaff
(Sozialpädagoge an der AKBS)